Markus Baersch

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Friday, May 29, 2015

OMTalk 2015 Thyborøn, Dänemark

Gähn, schon wieder ein Recap? Ja, aber aus Gründen. Weil es diesmal keine Veranstaltung mit lokalem Charakter war, sondern ein Onlinemarketing Branchentreffen mit weitem Einzugsgebiet und Teilnehmern aus allen Ecken Deutschlands... und darüber hinaus.

(K)eine Konferenz

Weil ich normalerweise nur Stammtische und Konferenzen in der Nähe besuche, war der OMTalk für mich vor allem eine Möglichkeit, auch Onliner kennenzulernen, die nicht aus dem direkten Umfeld kommen; in einem kleinen und überschaubaren Kreis. Das war auch der Grund, warum ich mich sehr kurzfristig und ohne große Gegenwehr habe überreden lassen, ein freigewordenes Ticket zu übernehmen und ohne lange Nachdenkzeit mitzufahren.

There And Back Again

Nachdem ich mich über vergangene Veranstaltungen anhand von Recaps informiert hatte, war meine Erwartung vor allem von der vielzitierten "Klassenfahrt der Onlinebranche" geprägt. Und so ging es Donnertags um 23:00 Uhr ab Köln in einer Fahrgemeinschaft für mich los mit der Klassenfahrt. Denn wenn man um die 9 Stunden gemeinsam im Auto verbringt, bleibt auch mit kurzen Schlafpausen und Fahrerwechseln noch genug Zeit, schon auf der Anreise mit dem Netzwerken zu beginnen.

Geplant war eine gemütliche Fahrt mit Frühstück im Legoland. Dumm nur, wenn man so gut durchkommt, dass der geplante Stop in Billund dermaßen früh stattfindet, dass man außer dem Haupteingang nicht viele Motive vor die Linse bekommt... das war ebenso anders geplant als die viel zu frühe Ankunft in Thyborøn.

Legoland

Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch die Rückfahrt verlief ähnlich glatt, da wir aus Termingründen schon am Donnerstag (einen Tag vor dem eigentlichen Abreisetag, der mit dem einsetzenden Pfingstreiseverkehr nicht ideal gewählt war) zurückgefahren sind. Andere Teilnehmer hatten da deutlich mehr Gelegenheit, sich die Umgebung von Autobahnen mal in aller Ruhe anzusehen...

Thyborøn, Provinz Mordor?

Der erste Eindruck, dass wir unmittelbar nach einer Zombie-Apokalypse eingetroffen sein müssen, weil man im ganzen Ort praktisch niemanden auf der Straße antreffen konnte, wollte auch die ganze Woche über nicht wirklich verschwinden. Gehsteige sind hier nur schmückendes Beiwerk, denn man kann ungehindert stundenlang auch auf der Straße herumlaufen. Hier ein künstlich auf Minutenlänge gebrachter Beweis:

Wie sich aber später noch rausstellen sollte, ist das vermutlich aber gar nicht die beste Idee, denn von schwermetallbelastetem Wasser bis zur vogeltötenden Luft und versiegeltem Giftstrand gibt es nichts, was man hier nicht dank der ansässigen Chemiefabrik nicht schon erlebt hätte. Viel lebensbedrohlicher sollte sich aber an zwei Tagen die fischverarbeitende Fabrik erweisen, die bei ungünstigem Windstand für Luftverhältnisse um unser Haus sorgte, dass es bei StarTrek für eine Y-Klassifizierung reichen würde.

Luftkurort Thyboron

Ein Haus sie zu binden

Unterbringung, Konferenzräume, Whirlpool(s), Billard, Tischtennis und ein mitgebrachter Koch - alles unter einem Dach - machten theoretisch jeden Schritt vor die Tür überflüssig. Kurze Einkäufe oder Strandvisiten in der Mittagspause waren so für viele alles, was man in der Woche von Dänemark zu sehen bekommen hat. Und das ist auch gut so, denn auf diese Weise konnte man sich ganz dem Vortragsprogramm widmen, dass von den Teilnehmern selbst gestaltet wurde - und dem Netzwerken rund um die Vorträge, SiteClinics und vor allem bei der gemeinsamen abendlichen Restfreizeitgestaltung mit wahlfreier Alkoholunterstützung.

Seminarpause OMTalk 2015

Die Gefährten

Teilnehmer kamen nicht nur aus allen möglichen Regionen, sondern auch aus den verschiedenen Disziplinen des Onlinemarketings. Auf diese Weise war sicher für jeden etwas dabei, das neue Impulse für bestehendes Geschäft oder neue Ideen beigesteuert hat. Ich hatte den Eindruck, dass es auch (oder gerade) zwischen den Teilnehmern, die sich auf dem OMTalk zum ersten Mal begegnet sind, keinerlei Vorbehalte oder Hürden gab. Ganz im Gegenteil wurden im Nachgang von Vorträgen, die konkrete Projekte oder zumindest bestimmte Aspekte davon betroffen haben, oft schon sehr schnell ein Ideenhaufen zusammengeschmissen und erste Testballons aufgeblasen, Anpassungen erprobt oder Anregungen umgesetzt.

Über die ganze Woche lag so im Seminarraum stetig eine Mischung aus Veränderung, Neugier und (freilich nicht immer gleich starker) Aufmerksamkeit in der Luft, die mir recht gut gefallen hat und sich wohltuend von dem üblichen reinen "Konsumieren" von Vorträgen auf "echten Konferenzen" absetzen konnte.

Gruppenbildung ist zwar bei über 30 Personen auch in einer solchen Umgebung nicht zu vermeiden, aber dennoch konnte jeder, der es wollte, eine angemessene Zeit darauf verwenden, die anderen Teilnehmer und deren Hintergrund besser kennenzulernen... und das nicht nur aus beruflicher Sicht, sondern eben tatsächlich eher wie bei einer Klassenfahrt, bei der auch für Themen wie "Aufwachsen Ost vs. West", die eigene Familie oder schräge Hobbies Platz ist. Was nicht bedeutet, dass nicht auch rege über das "Not-An-Update"/Nischenwatschen/NearDC/ThinContent/Quality/Core-Update spekuliert, in Analytics-Daten gestöbert oder an PageSpeed und Wordpress-Plugins rumgeschraubt wurde ;)

Earendils Licht (AKA Fazit)

Ganz schmerzlos formuliert: Ich bin froh, überredet worden zu sein. Ich habe viel Freude daran, nach und nach auch die Gedanken der anderen Teilnehmer in Recaps (wie z. B. hier und hier) und in Kommentaren in der Facebook-Gruppe zu lesen und mich mit Leuten auszutauschen, die ich vor zwei Wochen noch nicht kannte. Und ich weiß es nun auch wieder zu schätzen, beim Einkaufen die Wahl zwischen verschiedenen Geschäften zu haben und unsere vergleichsweise saubere hiesige Luft des Gewerbegebiets zu atmen, in dem ich wohne ;)

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Wednesday, April 01, 2015

Metatag rettet faule Webmaster vor Rankingverlust

Wenn Google am 21.4. ernst macht und alle Websites, die nicht als mobilfreundlich eingestuft werden, bei mobilen Suchen benachteiligt (mit mehr Auswirkungen "als bei Panda und Penguin zusammen"), werden eine ganze Menge Webmaster noch nicht fertig sein mit der Umstellung auf Responsive Design oder mit anderen Mitteln.

Da dies aber vor allem auch ein paar gaaanz große Fische betrifft, hat Google genauso erstaunlich schnell einen Rettungsanker für überlastete IT-Abteilungen nachgelegt, wie zuvor mit der Nennung eines konkreten Termins überrascht. Und so geht es: Wer nicht rechtzeitig fertig wird, aber bereits angefangen hat, kann Google dies per Metatag mitteilen und so Zeit zur Fertigstellung "erbitten".

Metatag mobileready to the rescue!

Dazu wird in den Quelltext der betroffenen Seite (i. d. R. also vermutlich einfach alle) ein Metatag in den head-Bereich eingebracht, mit dem Google mitgeteilt wird, dass die Umstellung bereits in Arbeit ist.

<meta name="mobileready" content="soon">

Der hier abgebildete Wert "soon" bedeutet für Google, dass man davon ausgeht, spätestens innerhalb von 14 Tagen mit der Umstellung fertig zu sein. Wenn Google im Mobile Friendly Test auf diese Anweisung stößt, wird auch eine entsprechende Meldung ausgegeben, die einen erneuten Crawl der Seite in zwei Wochen in Aussicht stellt.

Mobile Ready: Soon

Als weitere Option ist die Angabe "pending", mit der angekündigt wird, dass die Umsetzung zwar erfolgt, aber noch längere Zeit in Anspruch nimmt. Die Crawlpause fällt in diesem Fall doppelt so groß aus, so dass man vier volle Wochen Zeit bekommt, um die Mobil-Hausaufgaben nachzureichen.

<meta name="mobileready" content="pending">

Große Website? Kein Problem: Auch in den Webmaster Tools wird es in Kürze (lt. Blogpost spätestens bis zum 19.4.) eine Funktion geben, um die "Entdeckung" per Metatag zu forcieren, ohne dass man explizit für jede einzelne Seite den obigen Test durchführen muss. Man merkt der Lösung aber nicht nur daran an, dass sie mit der heißen Nadel gestrickt wurde.

Vorsicht bei tagesaktuellen Inhalten!

Da die obige Angabe z. B. dazu führt, dass die betreffende Seite tatsächlich eine Crawlpause erhält und Google erst zum "vereinbarten" Termin zurückkehrt, um sich von der Mobilfreundlichkeit der Seite zu überzeugen, entgehen der Suchmaschine in der Zwischenzeit alle Updates am Inhalt der Seite. Wer also seine Blogstartseite damit ausstattet, kann sich auch eine Publikationspause gönnen, wenn der Hauptkanal für Traffic die Suche ist. Ein Workaround für dieses Problem ist nicht bekannt... aber solche Lücken entstehen eben, wenn ein plötzlich notwendig gewordener Notbehelf aus nichts als einer Kugelschreibermine und einem Einmachgummi gebastelt werden muss.

Sonderfunktion für gesperrte Ressourcen

Auch ein anderes Problem kann mit der neuen Wunderwaffe behandelt werden: Google beachtet Verbote in der robots.txt. Hier wurde und wird gern aber eine ganze Menge an internen Ressourcen wie CSS- und JavaScript-Dateien für Google & Co. gesperrt. Außerdem sind unauffällige Ordner wie website.de/css oder website.de/js seit jeher ja ein beliebter Ablageort für Firmengeheimnisse, unverschlüsselte Nutzerdaten und Online Banking Passwörter der Geschäftsleitung. Wo sonst könnte man auch sensible Daten auf einem online zugänglichen Ort ablegen, ohne dass sich Suchmaschinen und andere Bots darüber hermachen? Naja, vielleicht erfindet ja jetzt jemand Dropbox oder so. Sperren per robots.txt ist nun jedenfalls definitv out. Was früher heimlich der Sicherheit interner Daten sowie vorgeblich der Schonung der Ressourcen von Crawler und dem eigenen Server gedacht war, geht nun also nach hinten los, denn wenn Google keinen Blick auf das Design werfen kann, dann kann auch nicht bestimmt werden, ob eine Website mobilfreundlich ist oder nicht.

Für diesen Fall gibt es eine dritte Möglichkeit, mobileready mit einem Wert zu bestücken:

<meta name="mobileready" content="yes">

Versieht man die oben dargestellte Seite mit gesperrtem Design mit dieser Angabe, beteuert Google das Vertrauen in die Angabe des Webmasters:

Mobile Ready: Yes

Hierbei wird auch keine Pause vereinbart o. Ä - vielmehr scheint Google tatsächlich den Angaben des Webmasters zu vertrauen. Wie lange das aber gut gehen wird - und ob dies wirklich eine Rettung für Rankings bei mobil ausgeführten Suchanfragen bedeutet -, muss abgewartet werden, bis der nach dem 21.4. geänderte Zustand eine zuverlässige Bewertung erlaubt.

Einfach einbauen?

Daher sollten Webmaster mobileready nicht einfach implementieren, ohne zuvor auch alle denkbaren Konsequenzen bedacht zu haben. Neben der Crawlpause gibt man Google mit dem Einbau auch ein Versprechen, dass es einzuhalten gilt. Daher lautet die Empfehlung: Lieber "pending" statt "soon", wenn es denn schon eingebaut werden muss. So ist dann wenigstens sichergestellt, dass unerwartete Probleme bei der Umsetzung noch einen etwas größeren Puffer bekommen, als bei einer Zwei-Wochen-Frist.

Wie lange hält so ein Pflaster denn?

Keine Ahnung. Google hat nichts dazu geschrieben, was passiert, wenn man die Angaben einfach im head drin läßt und das Versprechen der Umsetzung nicht einlöst. Sicher wird es aber spätestens nach mehrfachem Verstreichen der Frist ohne erkennbare Verbesserungen der Mobiltauglichkeit dann auch an die Rankings gehen. Auch unklar bleibt, wie es nach dem ersten verpassten Termin mit der Crawlfrequenz aussieht... oder was passiert, wenn man eigentlich schon mobilfreundlich geworden ist und nur vergisst, das Ding wieder auszubauen - Also Vorsicht ;)



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Sunday, March 29, 2015

Mobile Search steigt auf in die erste Liga

Am 21. April ist #MobileDay. Wer bis dahin nicht (endlich) seine Hausaufgaben gemacht und seine Website auf Mobilfreundlichkeit abgeklopft hat, wird bei Suchanfragen, die auf Mobilgeräten stattfinden (Wachstum: schnell und unaufhaltsam), nicht mehr gefunden, weil die "mobilen Rankings" deutlich abfallen werden.

Eine Überraschung? Nein.

Nach all dem freundlichen "Du, mobile ist echt wichtig, Du - mach da doch mal gelegentlich was, ja?", das seit 2010 immer wiederholt, aber meistenteils unbeachtet blieb, hat uns Google zuerst in seit Mitte 2014 rasant steigender Schlagzahl massenweise Infos und Werkzeuge an die Hand gegeben, dann per Webmaster Tools tonnenweise Warnungen per Mail versendet und schlussendlich mit dem konkreten Termin 21.4.2015 die Pistole auf die Brust gesetzt. Wer jetzt nicht aufwacht und die bestehenden Probleme aller Besucher mit Smartphones weiterhin missachtet, wird dort konsequenterweise bald auch nicht mehr angezeigt; darüber habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben.

Der Mai ist gekommen - die Rankings schlagen aus?

Spätestens Anfang Mai wird man mit dem Ausrollen nach eigenen Aussagen bei Google fertig sein. Mobile Rankingverluste drohen. Das muss kein Problem sein... jedenfalls nicht sofort: Wer jetzt noch keinen nennenswerten Anteil an organischen Besuchern per Smartphone verzeichnet, mag sich auch noch Zeit lassen dürfen. Alle anderen müssen aber handeln, wenn der Anteil nicht rapide sinken soll.

Vorher noch fertig werden? Möglich...

Aus der Erfahrung von inzwischen über 25 (teilweise zugegebenermaßen auch nur "notdürftig") in den letzten Monaten auf Responsive Design umgestellter Websites, die zumindest erst einmal den Mobilfreundlichkeitstest bei Google mit "grün" bestehen, kann ich behaupten, dass es für viele, aber sicher nicht alle Websites i. d. R. eine praktikable, wenngleich sicher nicht perfekte Lösung gibt, deren Vorbereitungs- und Umsetzungsaufwand in Stunden und nicht in Tagen berechnet werden kann. Jedenfalls bis uns auch Mobile Page Speed und der Rest einholt und der Erhalt der Rankings mehr erfordert als nur Änderungen am Design oder ein paar Templates.

Ja oder Nein: Google Mobile Friendly Test

Wer nicht 100% aller Seiten umstellen kann, hat außerdem die Option, sich den wichtigsten (Traffic bringenden) Inhalten zu widmen - das sind oft nur die Startseite und eine Handvoll weiterer Seiten, die i. d. R. auch alle mit dem gleichen Template erstellt und dem gleichen Design versehen werden. Denn das Thema „Mobilfreundlichkeit“ ist bei Google (aktuell) nicht nur an eine überschaubare Anzahl von Anforderungen geknüpft, sondern wird auch seitenweise beachtet, nicht „domainweit“.

Google hat bzgl. einer bevorzugten Methode selbst klargestellt, dass Responsive Design keine Vorteile ggü. anderen Lösungen haben wird. So ist also selbst eine separate m.meinedomain.de mit vollkommen unabhängigen Inhalten für Mobilgeräte ein ebenso probater Notbehelf wie die keinerlei Anpassungen am eigenen System (abgesehen von ein paar DNS-Einstellungen) erfordernde dynamische Generierung mobiler Fassungen durch das System eines Dienstleisters, von denen es inzwischen einige gibt – als Service oder „selbstgehostet“.

... aber mitunter nicht sehr wahrscheinlich

Weil der Termin erst Ende Februar bekannt geworden ist, kann gerade die Umstellung größerer Websites - oder kleinerer, dafür komplexer Webauftritte - kaum rechtzeitig fertig werden, wenn man erst im März oder später startet. Zu vollgestopft sind die IT-Roadmaps des Mittelstands. Aus beharrlicher Ignoranz plötzlich agile und effiziente Aktivität an den Tag zu legen oder einen Plan B wie die "Mobilmachung" der wichtigsten Seiten zu schmieden, beschließen und auch noch umzusetzen, bis der 21. April auf dem Kalender steht, ist selten noch drin.

Unterschiede gibt es schon heute

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Unterschiede zwischen Desktop- und mobilen Rankings weiter verändern werden... und bei wem die Ausschläge nach unten - oder durch Verdrängung des unvorbereiteten Wettbewerbs ja vielleicht auch nach oben? - besonders groß ausfallen. Ab dem 22. April wird es von den SEO-Toolanbietern dazu vermutlich reichlich Daten geben. Wer nicht bis dahin warten will, kann sich beim SISTRIX Smartphone-Sichtbarkeitsindex informieren, inwiefern sich schon auf Basis der Daten vom Februar Unterschiede feststellen lassen.

STSTRIX Smartphone Sichtbarkeit

Da hier "nur noch" die Aktualisierung der Datenbasis erforderlich ist, sollte sich auch ein zweiter und dritter Besuch lohnen, wenn erst einmal der #MobileDay gekommen ist ;)

Nächster Halt: Mobile PageSpeed

Damit ist die Reise natürlich nicht zu Ende. Ein so digitaler Faktor wie "mobilfreundlich" oder "mobilmist", wie er derzeit nicht nur in Form des oben angesprochenen Tests implementiert ist, sondern in gleicher Form auch in den Webmaster Tools lebt - und vermutlich aktuell im angekündigten Algoupdate, das uns so nett nebst konkretem Termin in Aussicht gestellt wurde -, ist noch nicht das, was wir von Google gewohnt sind.

Die Tatsache, dass ein Klick zum Recheck einer in den Problemen genannten Seiten des Berichts zur "Benutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten" in den WMT früher nicht zu dieser "hopp oder top"-Evaluierung, sondern zu den mobilen PageSpeed Insights geführt hat, wo man weitaus strenger mit den Probanden verfährt, zeugt von einer gewissen Rücksicht seitens Google...

Streng: PageSpeed Insights

...aber zeigt auch in eine klare Richtung. Genau wie die in der Branche nicht unbemerkt gebliebenen Tests mit als "Slow" gekennzeichneten Seiten.

Der "Mobile Split" kommt

Es ist bereits angekündigt, dass Google in Zukunft die Unterschiede zwischen Desktop, Tablet und Smartphone ernster nehmen will. Man wird dazu einen eigenen, vom "Desktop-Index" getrennten Index für mobile Suchergebnisse betreiben... und mittelfristig bestimmt auch einen separaten Satz an Rankingfaktoren und deren Gewichtung, um sensibler mit den sehr unterschiedlich ausfallenden Nutzersignalen aus verschiedenen Gerätewelten umgehen zu können. Die gleiche Maßnahme wäre selbstredend auch für Tablets denkbar, für Wearables... oder was auch immer übermorgen das dominierende Gerät sein wird. Desktop und Laptop aber ganz sicher nicht. Insofern ist dieser Schritt nicht nur logisch, sondern auch (überlebens-) notwendig für Google. Und deren Wettbewerber. Genau wie die entsprechende Reaktion aller Websitebetreiber, die sich um organischen Traffic scheren.

Damit: Happy Mobilmaching ;)

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Monday, November 10, 2014

10+1 Argumente gegen eine (unvorbereitete) SSL-Umstellung

Gleich vorab: Ich bin kein Gegener von SSL. Überhaupt nicht. Aber es scheint mir, als würden derzeit zahlreiche Websites aus völlig falschen Gründen auf den SSL-Zug aufspringen... um sich dabei nicht selten derb selbst ins Knie zu schießen. Daher sollen hier nicht die zahlreichen Argumente für einen Umstieg auf https statt http aufgezählt werden, die ich gar nicht anzweifeln will, sondern ein paar m. E. wichtige Punkte zur Sprache kommen, die vor einer Umstellung bedacht, abgewägt und vor allem vorher geprüft werden sollten. Und wenn es nur ein paar böse Überraschungen vermeiden hilft ;)

Umstellung aus den falschen Gründen?

Der Grund für das stark angestiegene Interesse liegt oft in der Hoffnung auf bessere Rankings bei Google. Wie diese Hoffnung aufgekommen ist, soll hier nicht interessieren (und ist den meisten der wenigen Leser dieses Blogs ohnehin bestens bekannt), aber es gibt m. E. für 99,99% der Webmaster, die sich gerade aus SEO-Gründen mit SSL befassen, mindestens 100 andere Baustellen, an denen mit dem gleichen Aufwand viel mehr Effekt zu erzielen ist, wenn es um Rankings geht.

Nur weil das Thema gerade durch die SEO-Blogs geht und die großen Hoster ihre Kunden zusätzlich mit Dingen wie "Umstellung mit wenigen Klicks" - natürlich erst einmal auch noch kostenlos - locken, ist das noch lange kein Anlass zum Handeln, ohne sich zuvor über Gegenargumente bzw. potentielle Probleme Gedanken gemacht zu haben.

SSL Werbung bei 1und1
Beispiel 1&1: "Wenige Klicks". Jaja. Und dann geht der Spaß los...

Viele der Hindernisse sind technischer Natur. Das ist nicht für jeden Webmaster gleich abschreckend, bedeutet aber auf jeden Fall, dass diese gelöst werden müssen, wenn die Site nach einer Umstellung noch genau so funktionieren soll wie vorher. Hier sind ein paar Denkanstöße:

Die "Miesmacherliste" zur SSL-Umstellung

  1. Anpassung der Inhalte: Alle Verweise auf Bilder, Videos, Ressourcen in iFrames (bis hin zur eingebundenen Werbung etc.) müssen ggf. angepasst werden, wenn diese direkt auf eine http-Variante auf der eigenen Domain zugreifen. Oder eben auch auf einer anderen Domain... hoffentlich gibt es dort dann auch SSL. Ohne eine Anpassung drohen je nach Browser fehlende Bilder bzw. Ressourcen (was durchaus auch die Bedienbarkeit der Site beeinträchtigen kann!) oder zumindest unterschiedlich aufdringliche Warnhinweise beim Verschlüsselungssymbol bzw. sogar Warndialoge. Wer das in seinem Browser nach der Umstellung nicht sieht, mag sich sicher fühlen... ist es aber nicht! Beispiele gefällig?
    SSL Probleme
    Die nachträgliche Anpassung von Content ist also zwingend erforderlich, aber nicht immer einfach. Je nach Umfang mag sich der Aufwand in Grenzen halten oder ist vielleicht mit ein wenig "Suchen und Erstzen" erledigt. Komplexere / umfangreichere Websites und deren Content Management Systeme erfordern hier aber deutlich mehr als nur den einen Klick, den man beim Hoster zu erledigen hat! Wo Inhalte in einer Datenbank umgestellt werden müssen, braucht es nicht nur die erforderlichen Möglichkeiten zum Zugriff und entsprechendes Spezialwissen - es muss auch Backups und vernünftige Tests vor einer Umstellung im Livebetrieb geben. Hier steckt folgerichtig oft der größte Brocken an Arbeit. Wer diese erst beim Erwachen nach der Umstellung angeht, wird es mit Hektik kaum sorgfältig genug hinbekommen, auf Backups verzichten und sich ernsthafte Probleme einhandeln. Externe Kosten sind hier für viele Websitebetreiber nicht nur unvermeidbar, sondern im Vorfeld auch schlecht anzuschätzen.
  2. Ressourcen: Wie sieht es mit im CSS referenzierten Hintergrundbildern aus... oder @import-Anweisungen? Wenn CSS kein Problem ist, folgen spätestens bei internen - und vor allem externen - JavaScript-Dateien schnell ernsthafte Hürden für Webmaster, die nicht zufällig die entsprechenden Kenntnisse zur Analyse und Korrektur selbst mitbringen. Siehe oben: weitere Kosten drohen.
  3. Content Management System: Idealerweise geht alles einfach glatt. Das wird bei gängigen Systemen auch der Fall sein und höchstens ein paar Anpassungen in der Konfiguration erfordern, die sich sogar für "Laienadmins" ergoogeln lassen. Bei alten Systemen oder Exoten (ich betreibe mit meinem Blog selbst so ein Urvieh) sind Verweise im System inkl. "http://" statt nur "//" aber mitunter "sehr sehr hart" codiert. Kann man dann wirklich alles ändern (wieder: Die Kenntnisse und den Zugriff vorausgesetzt)? Was ist denn, wenn die Problemstellen nicht im Quelltext vorliegen, sondern in einer .NET oder ISAPI DLL oder noch gruseligeren Dingen auf dem Server vorliegen? Und überhaupt: Was ist bei einer Anpassung in Eigenregie, wenn es dann doch irgendwann Updates des Systems gibt?
  4. Templates: Je nach System kann die erforderliche Anpassung in den Themes bzw. Templates des CMS selbst HTML-feste Webmaster überfordern. PHP, Smarty oder gar proprietäre Lösungen mögen für "Nichtkenner" zu kryptisch für Selbsthife ausfallen. Schwupps, wieder Geld an den nächsten Profi ausgegeben, der das passende Spezialwissen mitbringt.
  5. Fremdcode / Erweiterungen: Weil fast alle Systeme mit AddOns, PlugIns, Modulen oder unter anderen abstrusen Bezeichnungen erweiterbar sind, ist das einen eigenen Punkt auf der Checkliste wert. Denn diese stammen oft aus fremder Feder und entziehen sich vielleicht sogar einer Analyse (und ggf. erforderlicher Korrektur). Auf jeden Fall erfordern solche Kandidaten einen Testlauf, der wieder mal Aufwand und / oder Kosten mit sich bringt.
  6. Rankings werden vermutlich nicht steigen: Alle vermuteten Rankingvorteile sind derzeit eher "hypothetisch" und wie oben beschrieben gibt es meistens Besseres zu tun. Selbst John Mu sagt, dass er sich den ganzen Kram selbst nicht antun würde... wenn das primäre Ziel nicht Sicherheit ist, sondern damit bessere Rankings erreicht werden sollen.
  7. Rankings können sogar leiden: Es sind sogar Rankingverluste statt einer Steigerung möglich - oder zumindest unnötige Probleme für Google & Co. Diese können durch Doubletten entstehen, die auf fehlende oder falsche Weiterleitungen auf die https-Variante zurückzuführen sind. Mit korrekten Weiterleitungen bleibt immer noch zu bedenken, dass eingehende Links i. d. R. nicht auf die https-Variante gehen. Man mag fragen: Wie viel geht ggf. durch die 301-Weiterleitungen auf https-Fassungen verloren und macht das zunichte, was mit dem angeblichen Rankingboost(chen) gewonnen wird? Auch steckt ein gewisses Risiko in vergessenen "Kleinigkeiten" wie Weiterleitungen auf nicht-SSL-Varianten in der eigenen .htaccess oder im System. Oder in auf einmal giftigen Canonicals mit http statt https. Und so weiter ;)
  8. Kosten des Zertifikats: Auch wenn in anderen Punkten schon reichlich Kosten angesprochen wurden, sind auch die Kosten einzurechnen, die das Zertifikat betreffen. Ein "ordentliches" (AKA eigenes und vertrauenswürdiges) Zertifikat kostet Geld. Was ist, wenn billige Wildcard-Zertifikate oder kostenlose Zertifikate von CloudFlare & Co. übermorgen einen Rankingnachteil statt eines Rankingboosts bedeuten? Vielleicht sind Billigzertifikate die Artikelverzeichnisse von morgen... wer weiß das schon?
  9. Nicht jede Site braucht SSL: Oft ist die Umstellung schlichtweg unnötig. Auf vielen Sites gibt es streng genommen außer dem Besucherverhalten, das ohnehin über zahlreiche Systeme aufgezeichnet wird (s.u.) und der IP nichts an potentiell schützenswerten Informationen, die bei der Benutzung der Site anfallen und auf dem Transportweg gefährdet sind. Selbst in Shops ist jenseits des Checkouts - heute noch - ein Verzicht auf SSL nicht unüblich. Außerdem werden Informationen wie Verhalten und IP durch SSL nicht wirklich "sicherer", solange diese durch eingebundene "Mithörer" wie SocialMedia-Plugins, Webanalysesysteme u. Ä. gespeichert und ggf. vom Systemanbieter oder auch Dritten aktiv genutzt werden.
  10. Falsche Sicherheit: Wer im einem Shop, Portal oder der Landingpage mit neugierigem Formular die Eingaben seiner Besucher und deren Übertragung zum eigenen Server schützen will, ist mit SSL gut beraten. Spätestens seit Firesheep ist das auch beim "informierten Verbraucher" angekommen. Außerdem mag sich der Hinweis auf verschlüsselte Übertragung sogar positiv auf die Abschlussrate auswirken (muss es aber nicht unbedingt, nur weil das in CaseStudies so steht!). Dass mit SSL aber die gespeicherten Daten noch lange nicht sicher sind, scheint nicht allen klar zu sein und so sind oft dahinter immer noch hochgradig unsichere Backendsysteme im Einsatz. So wird SSL zum Tropfen auf den heißen Stein und verhindert in keiner Weise automatisierte oder gar gezielte Versuche, an die sensiblen Daten zu gelangen. Wer seinen Shop wirklich sicher machen will, darf nicht beim SSL-Zertifikat aufhören, sondern muss sich um Verringerung der Angriffsfläche des Servers sowie Aktualität und Absicherung des Backends einschließlich der Datenbank kümmern.
  11. Performance: PageSpeed ist längst ein "akzeptierter" Rankingfaktor. Spätestens auf dem Umweg der Nutzersignale wird sich heute jeder SEO Gedanken um die Optimierung von Ladezeiten machen. Selbst wenn es für Suchmaschinen egal wäre: Besucher nehmen je nach Site selbst geringe Veränderungen wahr, was an veränderten Konversionsraten sogar in Experimenten nachweisbar ist. Durch SSL wird die Ladezeit aber messbar größer. Dazu gibt es hier einen kleinen "Videobeweis" ;)

SSL vs. Non-SSL im Ladezeitenvergleich

Ich habe mir den Spaß gegönnt und anhand meiner eigenen und sehr überschaubaren Website die Umstellung auf SSL durchgespielt. Da ich dies aber hauptsächlich deshalb angegangen bin, um Erfahrungen für größere Projekte zu sammeln und meine Website m. E. kein SSL braucht, habe ich diese Variante wieder deaktiviert. Nicht zuletzt wegen der unvermeidlichen Einbußen in den Ladezeiten.

Das "Test-Setup"

Beim Selbsversuch sind mir auch dank meines Blogs ein paar der o. a. eher exotischen Hindernisse in den Sinn (und in den Weg) gekommen. Zumindest für den Rest der Domain war die Umstellung aber mit vertretbarem Aufwand in ein paar Stunden erledigt. Das Zertifikat stammt von CloudFlare; ist also nicht auf meinem eigenen Server installiert. Das dürfte aber allein schon dank der Tatsache, dass CloudFlare als CDN genutzt wird und der Content so aus der gleichen Quelle wie das Zertifikat stammt, kaum störend ins Gewicht fallen.

Ergebnisse

Tests habe ich mit verschiedenen Services wie pingdom.com, pagespeed.de, gtmetrix.com und ein paar anderen gemacht und (bedingt durch die unterschiedlichen Standorte) eine relativ breite Streuung in den Ladezeiten gesehen. In allen Fällen aber waren die https-Fassungen der Seiten (ich habe nicht nur die Startseite getestet, sondern auch "ressourcenreichere" Inhalte) langsamer als die Versionen mit http. Mal mehr, mal weniger - aber stets langsamer.

Natürlich kann man diesen "Test" mit nur einem Kandidaten an einem einzelnen Tag und mit zufällig (bzw. vom jeweiligen Tool abhängigen) Rahmenbedinungen belächeln bzw. zumindest zurecht dessen Signifikanz anzweifeln. Totzdem finde ich das folgende Video der Ergebnisse von WebPageTest.org sehr anschaulich. Deshalb mag ich diese Präsentationsform auch viel lieber als alle Diagramme ;) Datanerds mögen sich nun aber Tabellen und Wasserfalldiagramme wünschen - z. B. hier finden sich welche.

Um zu zeigen, dass die reinen Zahlen egal sind, im Ergebnis aber mit SSL stets langsamer ist als ohne, habe ich den Test dort einfach noch einmal wiederholt und dabei beide Varianten zweimal eingetragen, so dass vier - recht unterschiedliche - Ladezeiten herauskommen. Es bleibt aber dabei, dass https immer langsamer ist als http.



Fazit? Empfehlung?

Eine Umstellung ist angesichts dieser Punkte für viele Betreiber möglicherweise wirtschaftlich betrachtet tatsächlich unsinnig. Oder zumindest unnötig. Der Eingriff geht jedenfalls im Regelfall sehr viel tiefer, als es zunächst klingen mag. Daher sollte man sich erstens aus gutem Grund (SEO als Hauptargument lasse ich nach aktuellem Stand nicht gelten) und zweitens entsprechend vorbereitet damit auseinandersetzen. Zu einer guten Vorbereitung ist umfängliches testen unabdingbar; vorher und nachher. Wer noch einen Plan B bei sich zeigenden Einbußen in Sichtbarkeit und Traffic zur Hand hat, sollte sich aber nicht aufhalten lassen. Viel Spaß ;)

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Friday, November 07, 2014

SEO Day 2014 Recap in 333 Worten

Am 30. Oktober war es wieder soweit: SEO Day 2014 im Rheinenergie-Stadion zu Köln. Und obwohl ich aus rein privaten Gründen ungern in dieses Stadion reise, habe ich mich nach einem Jahr „SEO-Day-Pause“ sehr kurzfristig entschieden, dieses Mal doch wieder dabei zu sein. Sicher war auch ich primär am ExpertDay interessiert, die Tickets dafür waren aber wie immer sehr schnell ausverkauft. Schade...

Aber auch der SEO-Day selbst muss sich mit deutlich über 600 Besuchern nicht verstecken. Wer primär zum beliebten „Netzwerken“ angereist war, konnte sich in zahlreichen Ecken des Stadions auch ohne Störung des Vortragsbetriebs schon vor der Party austauschen… und das wurde auch genutzt. Die Location ist ohnehin (ich gebe es ungern zu) prima für solche Events geeignet.

Achja, und es gab natürlich reichlich Vorträge, was auf einer Konferenz ja nicht ganz unüblich ist. Die Speaker es m. E. dieses Mal noch besser geschafft, die sehr knapp bemessenen Sessions von größtenteils nur 20 Minuten mit Inhalten zu füllen, bei denen sich potentiell jeder etwas mitnehmen konnte.

SEO Day 2014 - Christian Tembrink und Hendrik Unger

Wer nicht da war und sich selbst ein Bild machen will, findet bei Andreas Graap ausgesuchte Sessions als Aufzeichnung. Praktischerweise überschneidet sich diese Liste nur an zwei Stellen mit den Vorträgen, die ich selbst besucht habe ;)

Den Abschluss im Stadion machte wie immer das „Superpanel“, bei dem es neben den in den anderen Recaps reichlich besprochenen Preisverleihungen vor allem eine relativ chaotische Site-Klinik für vorher ausgewählte Websites gab. Dazu nur eins: Ein Sonderpreis für brutale Ehrlichkeit wurde leider nicht vergeben, sonst hätte Jens Fauldrath den locker in der Tasche gehabt ;)

Was die Party angeht, muss ich ebenso auf andere Recaps verweisen, denn als ich einmal im Auto saß, hat es mich dann doch (mehr oder minder ungeplant) nach Hause gezogen. Bin halt alt. Es dürfte aber wieder eine Menge an Alkohol und Insidertipps im Spiel gewesen sein – so wie immer. Strich drunter: Es war ein gut investierter Tag – Danke an Fabian Rossbacher, die Speaker und alle, die dazu ihren Teil beigetragen haben. Gerne wieder!

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Tuesday, September 30, 2014

Nachrichten aus Google Webmaster Tools für bereits entfernte Websites

Seit Monaten bekomme ich regelmäßig Nachrichten aus den Google Webmaster Tools für die Domain eines ehemaligen Kunden. Und ich werde sie einfach nicht los. Obschon ich die Domain schon aus meinen Webmaster Tools gelöscht habe. Dass ich damit nicht allein bin, mehrkt man schnell, wenn man sich mit passenden Suchbegriffen bei Google um Abhilfe bemüht: Alle paar Monate wird ein neuer Eintrag in einem der mal mehr und mal weniger passenden Google Produktforen gepostet.

Ein Tipp, den man häufig liest, ist "einfach die Mails ignorieren". Das würde ich auch gern, aber nun haben die Nachrichten eine neue Dimension erreicht. Nachdem es zunächst nur Meldungen gab, dass der Googlebot keinen Zugriff auf die Seite hat, dass sich die Fehler häufen und ähnlicher Kram, den man sich zuammenreimen kann, weil die Domain vom ehemaligen Betreiber zwischenzeitlich abgestoßen wurde, hatte ich kürzlich dieses Schätzchen im Posteingang:

Spammeldung

Da hat sich offenbar jemand die Domain geschnappt und betreibt nun reichlich Unsinn damit. In diesem speziellen Fall ist es ein Fake-Shop, mit dem der Betreiber sicher nichts Gutes im Schilde führt. Sonst hätte er sicher auch keine Phantasieadresse bei der Registrierung verwendet. Ich mag ja etwas überempfindlich sein, aber so eine Domain möchte ich einfach nicht in den Webmaster Tools haben. Oder gar für den Eigentümer gehalten werden... Also muss diese Domain irgendwie in den Webmaster Tools nachhaltig zum Schweigen gebracht werden können, oder?

So geht es... eigentlich

Während sich für die meisten Geplagten eine Lösung findet, kann ich leider nichts tun und werde wohl weiterhin ein ungewolltes Auge auf die Domain werfen. Der Grund: Wer vollen Zugriff auf die Domain hat, kann sich erst "deverifizieren" und erst dann die Domain löschen.

Das ist eigentlich recht einfach:

  1. Die Domain wieder in den Webmaster Tools hinzufügen, falls man sie schon gelöscht hat und dann
  2. unter "Website verwalten - Nutzer hinzufügen oder entfernen" auf den Link "Website Inhaber verwalten".
  3. Dort beim eigenen Eintrag auf "Bestätigung aufheben" klicken.
  4. Nun die Website wieder aus den WMT löschen - und schon herrscht Ruhe.

...aber wehe, Du bist gar kein Eigentümer!

Mein Problem ist aber, dass ich nicht (mehr) als Eigentümer mit vollem Zugriff ausgestattet bin, sondern nur einen eingeschränkten Zugriff auf die Domain habe. Das äußert sich nach der Wiederanmeldung der Site in den Webmaster Tools so:

Eingeschränktes Menü

Nix mit Beenden der "Eigentümerschaft". Und löschen allein läßt die Mails nicht verstummen. Nach allem, was ich so zum Thema gefunden habe, sitze ich also mit einer großen Ar...-Karte vor dem Rechner und es scheint keinen Auswweg zu geben, der nicht auf die Löschung des kompletten Google-Accounts hinausläuft.

Oder kennt jemand eine andere Lösung? Dann würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen ;)

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Saturday, September 20, 2014

Optimierbar: Online einkaufen bei IKEA

Normalerweise mag ich solche individuellen Erfahrungsberichte mit einem Shop o. Ä. nicht so gern... zu schnell landet man damit in der "Meckerecke". Was ich aber gestern bei / mit IKEA erlebt habe, zeigt vor allem beim Shop so viele Dinge auf, die man offensichtlich besser machen kann (und sollte), dass es ich mich nach 5 Jahren dann doch noch mal dazu hinreißen lasse.

Vorab: Ja, IKEA ist trotzdem cool. Und innovativ: Tolle elektronische Blätterkataloge, aktuell sogar gut funktionierende virale Kampagnen, AR im eigenen Wohnzimmer beim Möbelrücken per App und und und. Umso trauriger ist es, dass es im Onlineshop (alles andere, was später noch folgt, ist wirklich nur Kleinkram) so viele Stellen gibt, an denen potentiell nicht nur ich "hängen bleibe", sondern vermutlich auch eine ganze Menge anderer Besucher in ähnlichen Situationen und mit vergleichbaren Bedürfnissen.

Testcase: Bürostuhl kaufen

Klingt eigentlich ganz einfach. Zumal ich schon auf dem gewünschten Möbel bei IKEA in Kaarst gesessen habe und daher genau wusste, was ich will. Genau 3 Mal, in unterschiedlichen Farben (blau, grün, orange).

Auf der unspektakulären, aber problemlos bedienbaren Produktdetailseite zum Bürostuhl "Markus" (für den Namen kann ich nix, er hat auch die Kaufentscheidung bestimmt nur minimal und bestenfalls unterbewusst beeinflusst; versprochen!) lege ich also alle drei Varianten je einmal in den Warenkorb, wobei mir IKEA per Layer direkt in Buttonnähe anbietet, den Warenkorb zu öffnen. Soweit, so gut. Exkurs: Wer direkt aus einer Übersicht oder Suchergebnissen heraus auf einen "Online kaufen"-Schalter klickt, muss schon genau hinsehen, dass oben links nun ein Artikel im Warenkorb angekommen ist, denn in dem Fall erfolgt ansonsten keinerlei Hinweis. Aber zurück zum Bürostuhlkauf: Klick auf den Warenkorb.

Hürdenlauf im Warenkorb

Die Bilder wirken hier zwar unnötig klein und die Angebote oberhalb der für mich gerade viel wichtigeren Produktübersicht sind nur schwer zu lesen,...


Angebote, Angebote, lies zuerst die Angebote

... aber das eigentliche Problem ist alles, was unter der Produktliste folgt.


Akute Buttonitis, gruselige Benutzerführung

Hier gibt es gleich so viele Dinge, die man klarer gestalten kann, dass jeder CRO-Rookie aus dem Stand so viele vierversprechende Hypothesen aufstellen kann, dass diese einen Testplan bis Ende 2016 füllen würden. Oder noch besser: Man macht es gleich radikal anders; nach unten ist sowieso nicht mehr viel Luft. Ein paar Ansatzpunkte jenseits der Klassiker wie Coupon-Code, SSL, fehlende Warenwertsumme unter der Tabelle u. v. m., das sicher schon alles bereits getestet wurde, gell?):

  • Eine nennenswerte Anzahl von Benutzern wird vermutlich (wie ich) spätestens beim zweiten Besuch des Warenkorbs, in dem dann die zuvor schon einmal eingegebene PLZ noch zu sehen ist, den Hinweis Bitte berechne zunächst die Versandkosten durch Eingabe deiner Postleitzahl, bevor du das Feld "ZUR BESTELLUNG" auswählst. übersehen. Obwohl er so schön klein geschrieben ist...
  • Wenn man einen Button wirklich einfach finden sollte, dann ist es der "zur Kasse"-Schalter, der hier zwar "ZUR BESTELLUNG" brüllt, aber dennoch alles andere als auffällig ist.
  • Außerdem kann ich ihn ja ohnehin noch nicht nutzen, ohne vorher (nennen wir es mal "in Schritt 1") die Versandkosten berechnet zu haben. Wie einfach wäre das, wenn der dazu passende Schalter farbig markiert und der Abschnitt darunter (nennen wir es doch "Schritt 2", OK?) ausgegraut wäre, bis der Schritt davor abgearbeitet ist?
  • Sich nicht mal die Mühe zu machen, den fitzeligen Hinweis nach einem Klick auf "Zur Bestellung" wenigstens farbig hervorzuheben oder eine der anderen 1001 Optionen zu wählen, um diese Notwendigkeit freundlich zu unterstreichen, ist das Online-Pendant zu "Du Idiot". Bei jedem Klick. "Warum funktioniert das nicht?" fragt sich der eine, "Habe ich vielleicht JavaScript deaktiviert oder bin ich mal wieder im falschen Browser unterwegs?" der andere. Oder auch "Whäää? Dann halt nicht, nächster Shop"...

Transparenz beim Liefertermin: Fehlanzeige

Wer den Knopf gefunden und geklickt hat, erhält Auskunft über die Kosten (sehr klein, nicht bündig und gaaanz weit weg von den Preisen in der Tabelle und frei von Währungssymbol) und einen für den hiesigen Markt eher unüblich formatierten vorauss. (Platz zum Ausschreiben wäre freilich da) Termin:


Bei dem Preis würde ich auch gaaanz klein schreiben

Und auch der Schalter, der mich hier weiter bringt, ist nun in einer anderen Farbe, hurra. Freilich aber immer noch mit unnötig wenig innenabstand und daher nicht wirklich optisch gefällig. Ich will jetzt nicht von "klick mich ja nicht an, ich mach mich mal klein" anfangen, aber ... der Punkt ist klar denke ich, oder?

Exkurs: Versandkosten sparen. Wer wie ich knapp 70,-- brutto für drei Bürostühle zu teuer findet, sollte einfach alle drei separat bestellen, denn einen Stuhl bekommt man offenbar für 6,90 geliefert. Klingt blöd? Ist es auch.

Lieferzeit und Verfügbarkeit

Warum aber muss ich so lange warten? Zurück auf der Produktdetailseite kann man zwar die Verfügbarkeit in einem beliebigen IKEA Haus kontrollieren, aber eine "Online-Verfügbarkeit" gibt es nicht und so mag man (ich bin es) auf die Idee kommen, dass es schneller geht, wenn man einzelne Artikel aus dem Warenkorb löscht, um so herauszufinden, was das Problem ist. An dieser Stelle setzt also je nach Bestückung des Warenkorbs eine Menge ein- und auspacken an. Mit entsprechendem Frust, wenn das Ergebnis ausfällt wie bei mir: Es dauert immer so lange. Egal wie viele oder welche Farbe. Warum? Keine Ahnung.

Kundenkonto. Oder auch nicht.

Resignation, ich will weiter kommen. Also Klick auf den erblauten Button. Hier gibt es nun zwei Szenarien: Wer das Ganze zum ersten Mal durchspielt, hat die Wahl zwischen einem Login oder dem Einkauf ohne Anmeldung. Wie jetzt? Ich kann ohne Anmeldung kaufen oder mich anmelden, wenn ich ein Konto habe? Wie komme ich denn an ein Konto, wenn es gar keine Option zum Einkauf als Neukunde mit Anmeldung gibt? Naja, das wird schon alles richtig sein. Also ohne Anmeldung.


Hast Du noch kein Konto oder ärgerst Du Dich schon?

Wer hingegen (wie ich) den Einkauf vor dem Abschluss abgebrochen hat, steht hier ggf. schon wieder vor einer Hürde: Da der Einkauf "ohne Anmeldung" offenbar technisch nicht wirklich frei von einer Anmeldung ist, muss sich hier also entweder an sein Passwort erinnern (nach dem ich nicht gefragt wurde) oder den Browser von Cookies befreien bzw. gleich ganz wechseln, denn hier hat man nur noch die Wahl zwischen der Anmeldung (da man freundlicherweise abgemeldet wurde, wie der rote Hinweis erklärt) oder der Lüge, man sei ein neuer Kunde. Und das Passwort, an dessen Eingabe ich mich nicht erinnern kann (vielleicht weil ich den Vorgang auch gar nicht abgeschlossen habe?), muss ich offenbar auch ändern:


Wehe, Du warst schon mal hier!

Als simulierter Erstbesucher gelangt man nach der Entscheidung für den Einkauf "ohne Anmeldung" (die Anführungsstriche sind ja nun nachweislich wohl verdient) gleich zur nächsten Hürde:


Hast Du keine BusinessCard guckst Du nur...

Ich bin in diesem Moment keine Privatperson, habe aber auch keine IKEA BusinessCard. Meine Option fehlt also. Weil ich aber eine Firmenanschrift eingeben und die Rechnung nicht aus der eigenen Tasche zahlen will, wähle ich notgedrungen die zweite Option... in der Hoffnung, dass mir das Fehlen einer solchen Karte nicht noch zum unüberwindbaren Verhängnis wird. Meine Daten aus dem ersten Einkaufsversuch gebe ich hier auch notgedrungen nochmal ein. Wenn sich also jemand fragt, wie die ganzen Doubletten in der Kundendatenbank herkommen: Hier.

Liefertermin. Oder auch nicht.

Bei meinem ersten Versuch wurde ich noch mit der Auswahl eines Wunsch-Liefertermins konfrontiert. Dabei gibt es jeweils die Wahl zwischen zwei Zeitfenstern, die beide unsinnig sind, wenn man ein Büro beliefern will: 7:00 bis 14:00 Uhr oder 14:00 bis 21: Uhr. Aber auch diese Kröte habe ich bei der ersten und fast abgeschlossenen Bestellung gefressen.

Komischerweise aber erfolgt diese Auswahl bei meinem zweiten Einkaufsversuch mit neu eingegebenen Daten nicht. Ein Glück, dass ich das jetzt nur noch deshalb mache, um Screenshots zu erstellen ;)

Zahlungsweise und (fast) Kaufabschluss

Als ich dann endlich auf der letzten Seite vor dem finalen Klick angekommen bin, gibt man mir einen weiteren Grund, mir das Ganze noch mal zu überlegen, denn als Nicht-Business-Karteninhaber kann ich nun noch zwischen Bar und - vielleicht - EC beim Spediteur wählen. Wenn es nicht dann doch per DHL kommt.


Ich bin dann mal weg

Von Online zu Offline...

Bargeld bereitlegen, um die Stühle zu bezahlen? "Ach Nein..." denke ich mir und entscheide mich dann doch für einen kurzen Ausflug zum nächsten IKEA Standort ein paar-zehn Kilometer entfernt. Nach all dem Unsinn im Shop will ich also nun nur noch eins wissen: Wie groß sind die Packstücke? Oder anders: Bekomme ich drei dieser Stühle in zerlegter Form ins Auto?

Die Antwort erhoffe ich mir auf der Produktdetailseite. Und tatsächlich gibt es dort einen Block, der Maße und Gewicht des Packstücks verspricht:


Finde den Fehler

Wie bitte? Artikelnummer ja, Maße nein? Was soll das denn? Bleibt wohl nur das Telefon. Ich versuche es erst zwar noch mit "Frag Anna", aber darüber breite ich mal lieber den Mantel des Schweigens... hatte aber auch nichts anderes erwartet. Also bleibt nur eine Nummer mit gaaaanz vielen Neunen am Ende, die ich nach ein paar Klicks auch finde.

Verzweiflung am Telefon

Angesichts der bereits erreichten unangemessenen Länge des Beitrags mache ich es kurz: Es gibt kaum sinnvolle Optionen im IKEA-werbeakzentschwangeren Sprachmenü. Freundlich aber nervig, träge und trotz mehrfacher Rückkehr zum Hauptmenü bei meiner speziellen Frage nicht zu gebrauchen. Leider fragt mich auch keiner, ob ich lieber mit einem Menschen statt einem Sprachmenü reden will, also muss ich mich so lange durchkämpfen, bis ich eine Option gefunden habe, die mich zu einer Hotline bringt. Vielleicht...

"Sie sind mehr als 30 cm über dem Boden"

Wenn man aus einem Flugzeug stürzt und wissen will, wann es Zeit ist, den Fallschirm zu öffnen, für den wäre diese Information sicher nicht hilfreich. Genauso geht es mir, nachdem ich über fünf Minuten lang erfahre, dass "mehr als 30 andere arme Schweine vor mir" dran sind. In anderen Worten, aber mit dem gleichen Informationsgehalt für mich. Sind es 31 oder 310? Wie viele Leute sitzen wohl im Callcenter, um die Zahl zu minimieren? Wie sieht es mit meiner voraussichtlichen Wartezeit aus? Ich weiß es nicht - und lege irgendwann genervt auf, ohne eine Ahnung zu haben, ob zwischenzeitlich vielleicht schon 280 vor mir wartende Personen abgearbeitet wurden. Wer weiß das schon? Kontext ist immer gut, wenn man Zahlen bewerten soll. Das stimmt nicht nur in der Webanalyse, sondern auch in einer Warteschlange.

"Wenden Sie sich an einen Mitarbeiter"

Schnitt. Neue Szene: Angekommen in Kaarst, schnell zu den Bürostühlen und die Regalnummer gesucht. Die gibt es aber nicht, denn das Ding muss an der Warenausgabe abgeholt werden. Man soll sich an einen Mitarbeiter wenden. Ich kenne das Spiel, reihe mich in die Schlange ein und erlange tatsächlich irgendwann einen Passierschein A38, mit dem ich via Kasse zur Ausgabe marschieren bzw. fahren kann.

Auf dem Parkplatz der Warenausgabe angekommen mache ich den gleichen Fehler wie immer: Ich nehme einen Wagen mit rein. Es mag sein, dass da irgendwo steht, dass das nicht erforderlich ist. Drinnen steht es jedenfalls und es fällt mir auch auf dem Weg wieder ein, also lasse ich den Wagen mit dem festen Vorhaben stehen, ihn gleich wieder zurückzubringen. Bin auch nicht der einzige, dem das in der nächsten knappen halben Stunde passiert, wie ich noch feststellen darf.

Neu (für mich) sind die Nummern auf dem Ausgabezettel, die auf mehreren Monitoren entweder wiederzufinden sind oder eben nicht. Also gehe ich erst mal (wie bei meinem letzen Besuch noch üblich) zur Theke, wo mich ein Mitarbeiter freundlich darauf aufmerksam macht, wie das jetzt funktioniert und dass ich zu warten habe, bis meine Nummer elektronisch per Monitor "aufgerufen" wird. Auch das passiert während der folgenden Wartezeit noch mit mehreren anderen Kunden.

Warum es 2014 satte 25 Minuten (plus Gang zur Kasse, Zahlvorgang, Fahrzeit vom Parkplatz bis Warenausgabe) dauert, bis meine Nummer sich endlich auf dem Display findet und die Bürostühle eingeladen werden können, will ich gar nicht wissen. Warum aber sagt nicht einfach derjenige, der einem Kunden den Wisch in die Hand drückt sowas wie "Diese Nummer hier finden Sie in der Warenausgabe auf einem der Monitore, sobald Ihre Ware bereitsteht; setzen Sie sich ruhig solange hin. Einen Wagen brauchen Sie nicht mit reinzunehmen, die Kartons stehen schon auf einem Wagen, wenn Sie sie bekommen"? Genau so wäre sichergestellt, dass es wahrgenommen wird. Alles andere, was an Schildern & Co. angebracht sein mag, ist nicht so wirksam. Weil wir nun mal so ticken, wie wir ticken.

Wie auch immer: Die Nummer am Telefon und der Kleinkram bei der Abholung sind meines Erachtens echte Peanuts gegen das, was im Shop potentiell liegengelassen wird. Oder zumindest der ganze vermeidbare Frust, der dort in meinem und ähnlichen Usecases entsteht. Also: einfach mal mit der Optimierung anfangen. Bitte.

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Wednesday, September 17, 2014

Jetzt bewerben für ein ConversionBoosting Stipendium

Gesponsorter Beitrag

Wer mehr aus (s)einer Website herausholen will (sei es ein Shop, eine Downloadsite, ein Forum oder eine dedizierte Landingpage für gezielte Kampagnen), stößt schnell auf die Begriffe "Conversion" und vor allem auch "Conversionoptimierung". Das Potential zur Verbesserung von Abschlussraten und schlussendlich dem erwirtschafteten Gewinn zunächst einmal zu erkennen und dann auch noch zu nutzen ist freilich keine neue Disziplin im Online Marketing... aber vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen ist der Einstieg in das Thema alles andere als leicht. Viel zu oft führt der augenscheinlich "einfachere" Weg zu mehr Umsatz über die Anhebung von Werbebudgets, so dass die eigenen Mittel an der falschen Stelle des Trichters eingesetzt werden... und Ergebnisse nicht selten dann unter den Erwartungen zurückbleiben.

Auf verlorenem Posten?

Aus eigener Erfahrung fallen mir ohne Probleme gleich mehrere Beispiele ein, wo Mitarbeiter in Unternehmen bzw. vergleichsweise "kleinen" Firmen eine gewisse Zeit lang einen Kampf gegen Windmühlen gefochten und dann irgendwann aufgegeben haben. Sei es, weil die eigenen Bemühungen nicht ernst genommen wurden ("bei uns läuft doch schon alles optimal") oder weil die Investitionsbereitschaft fehlt ("für so einen esoterischen Mist geben wir kein Geld aus, wir erhöhen lieber das Werbebudget"). So ist der Einstieg nicht selten auf Eigeninitiative angewiesen, weil keine Mittel bereitstehen, um entweder intern für das erforderliche Wissen und Möglichkeiten zur Einflussnahme zu sorgen oder gar externe Dienstleister mit Analyse oder Beratung zu beauftragen. Obschon sich das Gleichnis vom Mann, der seine Säge nicht schärfen will, weil er angesichts der vielen Arbeit keine Zeit dazu findet, hier regelrecht aufdrängt, gibt es mindestens 1001 Gründe, an denen der aufkeimende Optimierungswille dann gern scheitert. Das ist freilich frustrierend und kurzsichtig, aber auch in gewisser Weise verständlich, weil der Weg zur Verbesserung zwingend über die Erkenntnis führt, dass eben nicht "alles prima" und frei von Stolperfallen und unnötigen Hindernissen auf dem weg zur Conversion ist. Dies intern (oder auch als Freelancer oder "außenstehende" Webagentur) zu vermitteln, braucht nicht nur Geduld, sondern auch nachgewiesene Fachkompetenz.

Idealer Kickstart für Inhousekräfte... kostenlos

Sich in Eigeninitiative um das erforderliche Basiswissen zu kümmern, um Verantwortliche und Geschäftsführung trotzdem zu überzeugen, dass laufende Optimierung eigentlich unerlässlich ist, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben, ist gerade dann schwierig, wenn man als "IT-/Marketing-Allrounder" ohnehin schon mit zu vielen Aufgaben betraut ist. Weder Zeit noch Geld soll in Schulungsmaßnahmen fließen und nicht jeder ist dazu gemacht, aus Büchern im Selbststudium die notwendigen Ideen, Mittel und schlussendlich auch Überzeugungskraft zu ziehen, die es braucht, um das Thema voranzubringen. Die ideale "Initialzündung" ist ein auf einer erfolgreichen Maßnahme basierendes und für Entscheider nachvollziehbares Rechenbeispiel. Aber um (nicht nur aus purem Zufall oder Glück) dahin zu gelangen, muss eben investiert werden und da beißt sich die Katze oft selbst in den Schwanz.

Es eilt: Bewerben bis zum 26.09.2014

Ein zeitlich frei einteilbare Selbststudium ist daher für viele ein guter Wegbereiter. Wenn am Ende eines solchen "Fernlehrgangs" dann auch noch ein Zertifikat steht, mit dem man nachweisen kann, dass die vorgestellten Optimierungsideen auf soliden Füßen stehen, lohnt sich der ganze Aufwand normalerweise auch. Und hier kommt endlich die Überschrift dieses Beitrags ins Spiel: Wem auch für solche Lehrgänge keine Mittel zur Verfügung gestellt werden, hat nun durch eine Bewerbung die Chance auf einen von fünf Stipendien, die in diesem Jahr von ConversionBoosting vergeben werden.

Dazu benötigt es - neben etwas Glück - einer kurzen schriftlichen Bewerbung per Online-Formular, in dem es vermutlich vor allem auf die Beschreibung der eigenen Motivation und Situation ankommt; ein Fachbeirat entscheidet dann bis zum 28.09. über die Gewinner. Wer dabei ist, kann gleich drei "Argumentverstärker" in Form von Zertifikaten mit in die nächste Verhandlungsrunde bringen, die belegen, dass man sich das notwendige Rüstzeug besorgt hat. In drei Lehrgängen erwirbt man bei ConversionBoosting die Qualifikation zum "Fachmann Conversion-Optimierung", "Spezialist Landingpage-Optimierung" und zum "Spezialist eCommerce-Optimierung". Die Kosten liegen ohne Stipendium bei knapp 2.000,-- Euro.

Die Ausbildung erfolgt im Rahmen abgeschlossener und zu Lektionen zusammengefassten Lerneinheiten, die (zeitlich frei eingeteilt) abgearbeitet und jeweils mit einer Multiple-Choice-Zwischenprüfung am Ende jeder Lektion abgeklopft werden. So lässt sich eine Zertifizierung auch "nebenher" und in eigenem Tempo erzielen.

Wer mehr über das das elearning wissen will, findet hier mehr über das Verfahren-... Wichtig für Interessierte ist aber vor allem eine rechtzeitige Bewerbung - ich wünsche viel Glück!

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Wednesday, August 27, 2014

Standard-Auswertungszeitraum für Google Analytics anpassen?

Wer über den "normalen" Weg der Anmeldung unter www.google.de/analytics zu seinen Daten gelangt, sieht stets die letzten 31 vollständigen Tage... also eine Statistik bis gestern. Wer aber gern auch (oder gar nur) den Traffic des laufenden Tages betrachten will, muss anschließend als erstes stets den Zeitraum anpassen. Ärgerlich.

Es gibt auch leider in der Verwaltung keine Einstellung, mit der dieser Standardzeitraum angepasst werden kann. Es ist allerdings möglich, schon beim Aufruf von Analytics in der Adresse die gewünschten Datumswerte zu übergeben, z. B. via Browser-Lesezeichen. Ansätze dazu finden sich z. B. bei der allwissenden Müllhalde. Dort - und in vielen anderen Lösungen, die sich ergoogeln lassen, ist allerdings die URL-Struktur zwischenzeitlich - wenig überraschend - "veraltet", weil sich bei Analytics in den letzten Monaten viel bewegt hat.

Die dahinter steckende Lösung funktioniert aber dennoch nach wie vor. Wer es ausprobieren will oder gebrauchen kann, findet hier ein paar Beispiele. Achtung: Damit diese funktionieren, muss in einigen Browsern wie z. b. Firefox bereits ein Reiter mit irgendeiner anderen Seite geöffnet sein.

ID bestimmen

In allen Beispielen ist vorher die rot markierte ID gegen die ID des Profils ("Datenansicht") austauschen, welches geöffnet werden soll. Diese ID ist in der im Browser angezeigten Adresse zu finden, nachdem die gewünschte Datenansicht in Analytics geöffnet wurde. Dort steht dann z. B. etwas wie

https://www.google.com/analytics/web/?authuser=0#report/visitors-overview/a123456w123456p123456/.

An der rot markierten Stelle findet sich die ID der Datenansicht, die in den folgenden Beispiel-"Links" ausgetauscht werden muss:

Lesezeichen anlegen

Zur Anlage eines neuen Lesezeichens in die Lesezeichenleiste (hier: Chrome) "rechtsklicken" und im Kontextmenü "Neues Lesezeichen" wählen.

Neues Lesezeichen anlegen

Hier einen beliebigen Namen für das Lesezeichen eingeben und einen mit "Ihrer ID" versehenen Eintrag aus den folgenden Beispielen für die gewünschte Ansicht per Copy & Paste einfügen:

Beispiel Analytics Lesezeichen

Analytics Zielgruppe "heute"

Um die Übersicht des Bereichs "Zielgruppe" zu öffnen, die auch der ersten Ansicht entspricht, die auf dem o. a. "normalen" Weg zu einer Datenansicht als erstes zu sehen ist, aber nur den Traffic des aktuellen Tages statt der üblichen 32 Tage zu betrachten, verwenden Sie folgenden "Link" als Bookmark:

javascript:(function(){function d(a){a=String(a); a.length<2&&(a='0'+a); return a}var prfl='a123456w123456p123456',c=new Date, b=c.getFullYear()+d(c.getMonth()+1)+d(c.getDate()); window.open('https://www.google.com/analytics/web/?#report/visitors-overview/' + prfl + '/%3F_u.date00%3D'+b+'%26_u.date01%3D'+b+'/=');})();

Dabei kann auch, wenn Sie einen anderen Report sehen wollen, eine andere URL angegeben werden, die Sie sich einfach aus der Adresse einer beliebigen Ansicht in Analytics raussuchen können. Das folgende Beispiel öffnet die Trafficquellen statt der besucherübersicht, indem der grün markierte Teil der URL angepasst wird:

Analytics Akquisition "heute"

javascript:(function(){function d(a){a=String(a); a.length<2&&(a='0'+a); return a}var prfl='a123456w123456p123456',c=new Date, b=c.getFullYear()+d(c.getMonth()+1)+d(c.getDate()); window.open('https://www.google.com/analytics/web/?#report/trafficsources-overview/' + prfl + '/%3F_u.date00%3D'+b+'%26_u.date01%3D'+b+'/=');})();

Soll nicht nur "heute", sondern z. B. alles seit Monatsanfang inkl. des laufenden Tages dargestellt werden, müssen zwei unterschiedliche Datumswerte berechnet und übergeben werden. Auch hierzu ein Beispiel:

Analytics Akquisition "Monatsanfang bis heute"

javascript:(function(){function d(a){a=String(a); a.length<2&&(a='0'+a);return a}var prfl='a123456w123456p123456',c=new Date,a=c.getFullYear()+d(c.getMonth()+1)+'01', b=c.getFullYear()+d(c.getMonth()+1)+d(c.getDate()); window.open('https://www.google.com/analytics/web/?#report/trafficsources-overview/' + prfl + '/%3F_u.date00%3D'+a+'%26_u.date01%3D'+b+'/=');})();

Auf gleiche Weise können durch passend gestaltete Datumswerte auch Übersichten für das ganze Jahr oder die letzten n Tage berechnet werden, wenn die Ermittlung der Datumswerte a und b entsprechend ausgetauscht wird. Dabei ist nur die Maximallänge für Lesezeichen-URLs zu beachten, die je nach Browser i. d. R. irgendwo oberhalb von 2000 Zeichen liegt – alles darunter ist als „Bookmarklet“ also durchaus machbar.

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Saturday, June 21, 2014

50L100S: So irre; mir will nicht mal eine Headline einfallen!

Steak 1/50

Bin immer noch nicht fertig damit, meine schnell notierten Tipps von "50 Leute 100 Steaks" so in lesbarer Form zu konservieren, dass mir nichts verloren geht. Vor allem eben, weil es viel mehr zu notieren gibt, als 49 andere Tipps, die ich auf Karls unvergleichlicher... naja, irgendwie auch sowas wie eine "Unkonferenz"... mitgenommen habe. Und auch ohne irgendetwas von den Tipps zu verbloggen, die den kleinen Teilnehmerkreis freilich nicht auf diesem Weg verlassen soll(t)en, gibt es reichlich Anlass für einen Recap. Wow!

Danke, Danke, Pfui, Danke, Yay!

Den haben aber nun schon ein paar Leute gegeben und ich verlinke gern unten einige davon. Auch teile ich mit den anderen neben der Erinnerung an dieses irre Event nun den Besitz eines Notizbuchs voller Geheimnisse und eines personalisierten Bierglases, das mich hoffentlich gelegentlich wieder in genau die Stimmung versetzt, in der ich die letzten drei Tage verbracht habe. Trotz der wirklich miesen Unterkunft im Generator Berlin, die ich zum Zeichen meiner Dankbarkeit nur nur mit nofollow und über den Umweg des Google+ Prifils anlinken kann (nehmt das!). Da bedanke ich mich lieber noch mal explizit bei Uwe von weihnachtsgeschenke.org/ für das Bierglas mit einem unverfänglichen Link ohne bösen Ankertext, damit der Plan auch wirklich aufgeht ;) Und auch dafür noch mal Hut ab!, denn das war ja schon als "Guerilla-Geschenk-Aktion" genauso erfolgreich wie 50L100S selbst. So funktionieren Menschen eben. Und wenn auch ohne Ticketkosten nicht nur Teilnehmer, sondern auch Veranstalter als Gewinner aus einem Event wie diesem herauskommen, dann macht das eben allen Spaß.

Perspektivenwechsel

Da SEO für mich eher Passion als Kerngeschäft darstellt, hätten für mich ja streng genommen die "SEA-nahen" Tipps die beste Auslese ergeben müssen, soweit nicht schon bekannt. Am Ende kam es in meiner Bewertung aber ganz anders raus und so waren diejenigen, die ich als "Top" bewertet habe, oft aus ganz anderen Bereichen. Aber dazu gleich noch was... Ich habe am Ende wirklich allen Tipps "irgendwie" etwas abgewinnen können.

Da ich aus verschiedenen Gründen eben kein regelmäßiger Konferenzgänger bin, war mein persönliches Highlight, aus seit Jahren hartnäckig verfolgten Blogs und Podcasts echte Menschen machen zu können, mit denen man sich austauschen und die man kennen lernen kann. Natürlich ging das nicht bei allen 50 Teilnehmern nebst Veranstaltern, Fachbeirat und Rookies in der gleichen "Tiefe", wenn man dazu nur anderthalb Tage nutzen kann... aber gewünscht hätte ich es mir schon. Klar, auch bei den Tipps sind Dinge dabei gewesen, die ich umsetzen kann und will - aber das war für mich eben nicht der Hauptgrund, Roberto´s Rat zu folgen und mich mit einem eigenen Tipp zu bewerben. Da geht es auch schon los: Man kauft kein Ticket, sondern durchläuft ein m. E. in der Form einmaliges, wenngleich sicher nicht perfekt "filterndes" Anmeldeverfahren. Und so gab es (bestimmt nicht nur für mich, sondern viele andere Teilnehmer auch) z. T. einiges zu hören, was man schon in der einen oder anderen Form kannte und / oder nur bedingt für sich selbst "brauchen" kann... aber es finden sich auch bei solchen Tipps neue Perspektiven oder Denkanstöße, die schon "abgehakte" Ideen neu auf die Prioliste bringen. Außerdem gibt es eben auch - für jeden - ein paar völlig neue Ideen, die man praktischerweise direkt noch einmal mit dem Tippgeber vertiefen kann - das ist unbezahlbar.

Muss auch mal gesagt werden dürfen...

Daher kann ich auch gut verstehen, dass Teilnehmer aus dem letzten Jahr, die es dieses Jahr nicht durch das Auswahlverfahren geschafft haben, trotzdem gern dabei gewesen wären. Wird mir vermutlich nächstes Jahr genau so gehen :|

Allein schon die Tatsache, dass der Tipp, der am Ende der Veranstaltung von den Teilnehmern als bester gewertet wurde, im Auswahlverfahren eigentlich schon ausgesiebt und nur durch Absagen wieder reingerutscht war, zeigt ein wenig die Lücken auf, die entstehen, wenn man Tipps "umschreiben" muss, ohne sie konkret zu nennen. Ich habe aber leider auch trotz dieser... Naja: Kritik(?)... keine bessere Idee. Anonymität bei der Bewertung durch einen Fachbeirat ist da sicher kaum zu verbessern... außer vielleicht durch mehr Vergleichbarkeit der Beschreibungen (was aber durch weniger Freiheit oder mehr Detailtiefe bei der Beschreibung erkauft werden müsste). Wie gesagt: Ich habe keine bessere Idee, aber es darf dann auch nicht verwundern, wenn auch im kommenden Jahr vielleicht der eine oder andere nicht verstehen kann, warum A nicht dabei ist, aber B. Wie sehr jeder, der schon einmal dabei war, sich eine weitere Teilnahme wünscht, zeigen ja nicht nur ein paar Kommentare hier und da oder die Existenz von Parallelveranstaltungen der Plätze 51 bis x (fand ich übrigens auch eine sehr gute Idee!).

Vielleicht liegt aber noch Potential in den Bewertungsfragen, mit denen der Fachbeirat arbeitet? Zumindest die Bewertung, die ich als Teilnehmer geben konnte, war durch die Begrenzung / Auswahl der Kriterien und "Digitalität" zwar simpel, aber vermutlich nicht für alle Tipps fair... oder gar einfach. Auf der anderen Seite kommt es ja auch nicht wirklich darauf an, wer "gewinnt" oder nicht, denn schlussendlich fühlen sich 50+ Personen zurecht als Sieger, wenn 50L100S (leider) zu Ende geht (schnief!). Lassen wir das einfach mal so stehen...

Damit also noch mal "Danke" an Karl und alle anderen, mit denen ich endlich mal mehr als zwei Worte wechseln konnte, statt immer nur deren Blogbeiträge zu lesen. Und diejenigen, die ich leider nur sehr oberflächlich kennenlernen konnte, treffe ich hoffentlich bei anderer Gelegenheit wieder, um dies nachzuholen. Es wird mir wohl nix übrig bleiben, als doch noch die eine oder andere Konferenz zu besuchen :)

50L100S in Wort und Bild

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Monday, April 28, 2014

Virtual Box: XP in der VM offline weiter nutzen

Bei mir - wie vielen anderen Benutzern - lebt XP in einer virtuellen Maschine weiter. Schon zur Einführung von Windows Vista hatte ich aufgehört, mir immer und immer wieder die Arbeit der Neueinrichtung von Delphi- und .NET-Entwicklungsumgebung nebst allem sonstigen Schnickschnack anzutun. Die Idee war, eine VM aufzusetzen und alles, was bei System- oder Rechnerwechsel durch langwierige Einrichtung den Spaß versaut, nur noch in dieser VM zu nutzen. Das hat mir auch so manchen Wechsel des Host-Systems deutlich vereinfacht und inzwischen sind es nur noch wenige Dinge, die ich mir auf einem neuen Rechner installieren muss, sobald erst einmal Virtual Box eingerichtet und mit der virtuellen XP-Maschine versehen ist.

Mit dem "Aus" für XP stellt sich also nun die Frage, ob man sich wirklich die Mühe machen muss, die VM auf eine "neuere" Version wie Windows 7 zu heben. Einen wirklichen Grund gibt es dafür ja nicht - abgesehen von der steigenden Gefahr, sich mit einem ollen XP online "was einzufangen". Und da steckt auch schon der Knackpunkt: Online muss das Ding eigentlich nie sein. Die üblichen Tipps aus der Fachpresse, die sich derzeit auf die Virtualisierung alter XP-Systeme einzuschießen scheint, sind mir da aber zu drastisch: "Einfach den Netzwerkadapter aus der VM entfernen" liest man da gern mal. Ich möchte aber nicht ganz allein in der VM sitzen und keinen Zugriff mehr auf lokale Ressourcen haben und nicht mal mehr gemeinsame Ordner mit dem Host nutzen können... Unter XP soll nur nichts mehr das LAN verlassen dürfen und es soll nichts mehr von draußen rein.

Zum Glück gibt es bei Virtual Box dafür eine viel elegantere Lösung: den Netzwerk-Adapter nicht löschen, sondern nur den "Anschluss" von LAN auf Host-only umstellen.

Netzwerkadapter der VM anpassen

Diese Einstellung bewirkt genau das, was man sich für einen VM-Client wünscht, der besser nicht mehr online gehen sollte, aber dennoch nach wie vor am eigenen Netzwerk teilhaben soll. Und wer den Internetzugriff "nur selten" statt "nie" benötigt, kann entweder die Anschlussart des Netzwerkadapters vorher umstellen oder die VM einfach als "verknüpften Klon" duplizieren, dort auf Host-only umstellen und so zwei Fassungen seiner VM betreiben, die dann je nach Einsatzzweck mal mit und mal ohne Internetzugriff genutzt werden können (das geht übrigens nicht nur mit XP-Clients ;)).

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Monday, April 07, 2014

Haken dran: Der e-Marketingday Rheinland 2014

Nach Köln, Bonn und Mönchengladbach durfte Aachen am 2.4. als Standort des bereits vierten e-Marketingday Rheinland antreten. Mit dem Eurogress wurde dafür eine mehr als geeignete Location für eine m. E. durchweg professionelle Veranstaltung ausgewählt. Und obschon es in diesem Jahr vielleicht nicht ganz so viele Besucher wie im vergangenen Jahr versucht haben mögen (was z. T. sicher auch der Geografie geschuldet ist), waren bereits zur Begrüßung reichlich Besucher zugegen, die es erfreulicherweise - auch diesmal frei von Parkplatzsorgen (das war nicht immer so) oder lange Wartezeiten bei der Registrierung - zeitig in den Hauptsaal geschafft hatten.

Ob allerdings der Impulsvortrag von Richard Gutjahr wirklich das ursprünglich gesteckte Ziel erreichen konnte, möchte ich bezweifeln, denn dafür erschien mir alles nach dem ersten (und leider viel zu späten) Blick auf die Uhr deutlich zu "hopplahopp" vorgetragen. Vielleicht mag der eine oder andere dennoch verstanden haben, dass das Internet mehr als nur ein Medium ist. Ob meine Lieblingsübersetzung "Plattform" in der Auflösung vorkam, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen, denn der Vortragende hatte mich persönlich an der Stelle verloren, als er den armen anwesenden Unternehmern mitteilte, dass deren Websites dank IPv6 nun mit 340 Dagobertduckilliarden Kaffeemaschinen konkurrieren müsse. So sindse halt, die Keynotespeaker ;) Trotzdem hat´s zum Start des Vortrags zumindest kurzzeitig gereicht, um es mit dem Hashtag #EMD14 bei Twitter ganz nach vorn zu bringen. Das mag als deutlicher Beweis dafür dienen, dass das Publikum durchaus weiß, wie man mit dem "Medium Internet" (Sorry, ich konnte nicht widerstehen) umzugehen hat. Begünstigt wurde das Futter auf der installierten Twitter-Wall jedenfalls durch die Tatsache, dass es einen eigens eingerichteten "Bloggertisch" gab, der faktisch über die ganze Dauer der Veranstaltung als Anlaufstelle (nicht nur zum Aufladen der Smartphones ;)) für eingeladene oder freiwillig erschienene "Micro- und Macro-Blogger" gedient hat. "Anlaufstelle" war nach meinem Eindruck auch wieder - mehr als im letzten Jahr - die Ausstellung; sicher zur Freude der dort präsenten Sponsoren. Allein schon durch die diesmal weniger "weitläufige" Aufteilung der verschiedenen Foren, die in 3 x 3 Themenschwerpunkten mit je 3 Vorträgen behandelt wurden, lag die Ausstellung diesmal einfach zentraler und schien daher m. E. auch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Was die Foren und die darin zusammengestellten Vorträge angeht, so kann ich vermutlich nicht objektiv genug beurteilen, ob "der typische Besucher" jeweils viel aus den jeweiligen Themengebieten herausziehen konnte oder nicht... auf jeden Fall aber erschienen mir die Vorträge, die ich mit selbst angesehen habe, durchaus als guter Einblick in das jeweilige Thema. Und mehr darf man bei weniger als 30 Minuten schließlich auch nicht erwarten. Der Professionalität und Erfahrung der Speaker war es zudem zu verdanken, dass es keine hoffnungslosen Versuche gab, möglichst viel an Infos in der kurzen Zeit unterzubringen, sondern es wurden zumeist bestimmte Aspekte der jeweiligen Disziplin ausgewählt und in der zur Verfügung stehenden Zeit beleuchtet. Das reicht sicher auch aus, um den teilnehmenden Unternehmern Impulse und / oder einen schnellen Einstieg zu geben und das ist schlussendlich neben dem "Netzwerken" i. d. R. eines der Hauptziele der Besucher.

Wobei... solche Impulse mögen im Einzelfall auch eher den "Mut zu Online" gebremst statt gefördert haben. Klassische Kandidaten dafür sind stets Vorträge rund um Internet und Recht und so hat es sich z. B. Dr. Hartleb bei seinem Vortrag zum neuen Verbraucherrecht auch nicht nehmen lassen, sich gleich selbst als "Spaßbremse" zu bezeichnen, bevor er das Publikum wissen ließ, warum das ganze Thema dank unsinniger Vorgaben und schwammigen Formulierungen vermutlich ein einziges Ärgernis für alle Beteiligten wird (freilich außer Anwälten). Ich habe den Vortrag jedenfalls einfach genossen, ohne selbst Anwalt zu sein ;)

Durch die parallele Durchführung der Foren kann und will ich auch gar nicht weiter auf einzelne Vorträge eingehen, aber zumindest hatte ich von allem, was ich selbst besucht habe, einen guten Eindruck erhalten. Bemerkenswert war allerdings, dass es trotz vorheriger Anmeldung aller Teilnehmer zu den einzelnen Foren offenbar dennoch leider nicht immer gelungen ist, die Raumgrößen an die Vorträge anzupassen. Meint: Im Hauptsaal mag sich der eine oder andere Referent ein wenig "unterbesucht" gefühlt haben, während andere Vorträge in kleineren Räumen mitunter so gut besucht waren, dass selbst Stehplätze Mangelware waren. Ich habe zumindest von jedem dieser beiden Extreme ein Beispiel gesehen und nehme an, dass die Ursache nicht nur in einigen zwangsweise sehr kurzfristig dank Referentenschwund umvergebenen Vortragsslots zu suchen ist, sondern einfach in der menschlichen Neigung, sich spontan anders zu entscheiden.

Organisatorisch kann man wohl kaum mehr tun, als im Vorfeld die Präferenzen abzufragen und dann auch noch auf den Konferenzpass zu drucken.... aber vielleicht hilft ja die (wie mir ungefragt vehement versichert wurde) anonyme Erfassung der realen Besucherzahlen je Raum per RFID-Zugangskontrolle dabei, die Puffer für das nächste Jahr noch genauer zu planen.

A propos meckern: beim Essen gab es m. E. auch dieses Jahr nix zu meckern. Wobei man es freilich gerade in diesem Punkt nie allen recht machen kann und es mag sein, dass jemand, der es noch unzeitiger als ich zu Tisch geschafft hat, tatsächlich nicht mehr allzu viel Auswahl hatte. War er dann aber auch selbst schuld ;) Generell habe ich in diesem Jahr nicht viel an Kritik gehört, die über niedrige Raumtemperaturen im Hauptsaal hinaus ging. Erfreulicherweise konnte man sich aber jederzeit draußen in der Sonne, die es stets gut mit dieser Veranstaltung zu meinen scheint, aufwärmen. Die Besucher (und auch einige Aussteller), mit denen ich mich unterhalten habe, fanden jedenfalls die eigenen Erwartungen entweder erfüllt oder gar übertroffen. Dass eine das Thema Online-Marketing so "global" und daher oft zwangsweise nur oberflächlich beleuchtende Veranstaltung auch jemanden wie Fabian Rossbacher überraschen kann, der seine kurze Zeit für einen Aufruf zur Etablierung sorgsam gepflegter Google + Local Profile genutzt hat, zeigt sein Tweet nach dem e-Marketingday:

Wie groß der Anteil des "Rahmenprogramms" wie der Ausstellung oder des gemütlichen Ausklangs mit Roulette und Gesprächen an der Gesamtzufriedenheit ist, kann die IHK als Veranstalter hoffentlich aus den Feedbackbögen ablesen, aber da Konferenzen am Ende des Tages dann doch an der (vom Besucher wahrgenommenen) Qualität der Vorträge gemessen werden, hoffe ich auch für das kommende Jahr auf die gezielte Beleuchtung von Trends und / oder Details der zahlreichen Facetten des Online-Marketings. Düsseldorf ist ja auch nicht soooo weit weg, also plane ich den EMD15 gern schon mal ein!

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Wednesday, March 05, 2014

HTML Slideshows ohne Ballast (AKA jQuery)

Ich mag eigentlich keine HTML-Slideshows auf Startseiten. Weil sie die typische "Wasch mich, aber mach mich nicht nass"-Patentlösung geworden sind. Wann immer jemand entscheidet, dass die Startseite aufgeräumt werden muss und daher Inhalte wegfallen sollen, kommt von irgendwo jemand mit der Idee, den ganzen Mist einfach weiter auf der Startseite zu lassen, aber eben als Teil einer "Slideshow", die durch wechselnde Inhalte eine übersichtliche Seite vorgaukelt, ohne dass man sich von altem Krempel trennen müßte. So, jetzt isses raus.

Das Ganze wird auch nicht dadurch besser, dass das Slider-Element dann noch zusätzliche Last für die Seite in Form von Script, Design, Bibliotheken und weiteren Mini-Grafiken bedeutet, die alle zusätzlich geladen werden müssen. Trotzdem: Man kommt ja nicht dran vorbei (redignierend). Daher habe ich mir eine Lösung gesucht, die für mich das "kleinste annehmbare Übel" bedeutet. Der "Small Image Slider" löst die eigentliche Aufgabe, ohne allzuviel zusätzlichen Ballast für die nutzende Seite zu bedeuten und verzichtet auch auf jQuery und andere Bibliotheken. Wer mag, kann sich gern bedienen und sich selbst ein Bild machen - hier geht´s lang: Beschreibung und Download "Small Image Slider".

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Monday, January 27, 2014

Website optimiert für Tablets und Smartphones(?)

Ich geb's ja zu. Das Layout meiner eigenen Website ist in die Jahre gekommen. Die feste Breite von 900px war nicht mehr wirklich nett anzusehen, denn auf dem Desktop ist das viel zu mickrig und auf dem Smartphone zoomt man sich den Wolf. Da auch mir die Zeit fehlt, sich ernsthaft mit einem Redesign der mehr oder weniger "privaten" Website zu befassen und weil auch noch Blog und Site auf unterschiedlichen Systemen basieren, habe ich mir nun zumindest die Mühe gemacht, das Standardlayout ein gutes Stück zu verbreitern und dynamisch für Auflösungen bis 1024 und in einer weiteren Stufe für alles darunter anzupassen, ohne dass ich dazu an die individuellen Inhalte einzelner Seiten muss, um die dort lauernden inline-Formatierungen zu eliminieren. "Responsive Light" will ich es mal nennen ;)

Wer hier denn überhaupt (im Zeitalter langsam aussterbender Blogs - und vor allem Blogbeiträge) gelegentlich noch mitliest, darf mir gern mitteilen, wenn es Probleme mit der Darstellung des Blogs oder der übrigen Site auf bestimmten Geräten, in bestimmten Browsern oder sonstwo geben sollte. Danke auch!

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Tuesday, November 12, 2013

SEO Karneval 2013 - Recap

Da es eine so schöne Tradition ist, will auch ich nun nach meinem Besuch beim SEO Karneval eine kurze Zusammenfassung meiner Eindrücke geben. So kurz, wie es in meinem Fall nur irgendwie geht ;) Denn ich war zum ersten Mal bei der Veranstaltung dabei, die schon seit ein paar Jahren regelmäßig am 11.11. in Köln stattfindet. Eigentlich auch nur, weil ich das Ticket bei seo-united.de im Blog gewonnen hatte. So muss eben manchmal der Zufall helfen, denn es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Nicht wissend, was mich wohl erwarten würde, hatte ich schon im morgentlichen Zug nach Köln so eine gewisse Ahnung, dass der 11.11. kein reines Zuckerschlecken werden würde. Mit jeder Station stieg der Anteil der mal offenkundig und mal etwas subtilieren "Jecken" stetig an. Zum Glück. Denn sonst hätte mich der Schlag ja vollkommen unvorbereitet getroffen, den der Bahnhof und das Umfeld des Doms für mich bereitgehalten hatten. Ja, ich bin hier in der Region geboren und Karneval ist mir nicht fremd. Dennoch war das mein erster Besuch an einem 11.11. in Köln und das kann ohne eine gewisse Vorbereitung schnell zum Kulturschock führen. In so einem Wetter dermaßen früh morgens schon vor allen Kneipen und Brauereien Schlangen zu bilden und kurz nach Sonnenaufgang derart stilsicher und souverän betrunken den Jecken zu geben, ist wohl nur dem Rheinländer gegeben. Hut ab! Dank der guten Vorbereitung und Wegbeschreibung von Yannick von Yagendoo Media waren die paar Schritte vom Bahnhof zum Austragungsort Früh auch mit offenem Mund und staunendem Blick erfreulicherweise schnell erledigt. Am Sammelpunkt gab es (eigenartigerweise die Umgebungstemperatur ignorierende) Linkbird-Energydrinks und Namensschilder, dann ging es (zum Glück jenseits der Schlange) zum Frühstück in den Keller. Für dessen Wahl als erneuten Standort vor allem die Tatsache spricht, dass man sich hier tatsächlich trotz des Trubels umher problemlos unterhalten konnte.

SEo Karneval

Dass der Kölner das Trinken sehr ernst nimmt, wurde aber schon beim als Grundlage für alles Kommende gut geeignete Frühstück klar, denn schnell wurde fast jede Kaffeetasse (habe ich schon erwähnt, dass es da einen thematisch passenden Sponsor der Veranstaltung gibt? ;)) von einem Kölsch flankiert. Zur weiteren Überbrückung sozialer Schranken gab es umherwerfbare Stressball-Gehine von AKM3 und eigenartige Kopfmassagen-Schneebesen-Dingsis von Domainers. "OK", dachte ich mir, "das wird also eine Konferenz ohne Vorträge. Stattdessen wird gleich so getan, als sei es Abends und man startet gleich mit der Party. Klingt sinnvoll". Und so funktionierte das Ganze dann auch. "Alkoholauflockern" im Eiltempo (was mit Kölsch nicht jedem gleich leicht fällt) und dann ein steter Wechsel aus Gesprächen, kurzen Ausflügen an die "frische Luft" (AKA Rauchen) oder auch mal (mit später steigender Schlagzahl) auf das WC. Speeddating-Marathon für SEOs so zu sagen. Aus meiner Sicht ein prima Konzept, das mich nicht nur von Halbneun bis Sieben gut unterhalten hat, sondern bei dem ich eine Menge interessanter Leute getroffen und gesprochen habe (von denen überdurchschnittlich viele Markus" hießen... und ich bin mir nach wie vor sicher, dass das nicht am Kölsch lag). Erstaunlicherweise konnte man selbst am Nachmittag ungeachtet der harten Rahmenbedingungen noch sinnvolle und längere Gespräche führen - wenn man denn wollte. Alles in allem also eine wirklich runde Sache! Nur schade, dass man mich nicht mit viel Trara und in allen Ehren als Alterspräsident der diesjährigen Session benannt hat, denn ältere Baujahre als das Meine habe ich nicht gefunden ;)

Und so werde ich wohl auch im nächsten Jahr gern wieder dabei sein, selbst wenn ich keine Karte gewinnen sollte. Dank der zahlreichen Sponsoren, deren Unterstützung zumindest bis zu meinem Absprung für eine störungsfreie Kölsch-Versorgung genügt hat, ist der ganze Spaß auch für zahlende Teilnehmer sehr günstig zu haben. Like! Daher noch mal ein expliziter Dank an alle, die ich nicht bereits genannt habe:

BTW: Gern hätte ich an dieser Stelle noch ein paar andere Recaps verlinkt, aber entweder feiern die anderen noch oder scheuen den potentiell zu frühen Versuch, ganze Sätze zu formulieren. Ich kann das gut nachvollziehen. Das wird sich sicher noch ändern und dann lege ich an dieser Stelle nach - auf ein paar Links mehr oder weniger kommt es ja nun auch nicht mehr an ;)

Update: Hier ein paar inzwischen erschienene weitere Recaps - mich reichlich Bildern ;) Das werden sicher noch mehr.

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