Markus Baersch

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Friday, 28 November 2008

Google zum Mitmachen: Ergebnisse selbst sortieren

Bald ist es möglicherweise auch bei uns soweit, dass sich alle Inhaber eines Google-Accounts die eigenen Suchergebnisse selbst sortieren können. Und auch nach Bewertungen zu den gefundenen Seiten muss man vielleicht künftig nicht mehr an anderer Stelle suchen, sondern findet bei Google gleich alles, was man sich nur wünscht. Google SearchWiki heißt das Zauberwort, welches bald auch uns beschert wird(?)

Die Community der Google-Benutzer erhält - derzeit experimentell und auf einige Regionen beschränkt - Gelegenheit, Suchtreffer zu sortieren und beliebig zu kommentieren. Unerwünschte Treffer können gnadenlos aussortiert werden, um bei einer Wiederholung der Suche gar nicht erst zu erscheinen. Wer sich selbst ein Bild machen will, loggt sich bei Google mit seiner Mailadresse und seinem Kennwort ein und klickt dann auf "Google in Englisch". Nach einer Suchanfrage (bei der die Suggest-Funktion durch die Bevorzugung der englischen Sprache oft erst spät brauchbare Treffer bietet) wird die Trefferliste durch einige dezente und bei Google Deutschland bisher nicht zu findende Veränderungen angereichert.

Google SearchWiki
Wenn´s nur immer so simpel wäre: Ein Klick auf den Pfeil und schon hat die Seite Platz 1 erobert...

Hier können per Mausklick nun Einträge nach oben katapultiert oder einfach gelöscht werden. Und damit man in seinem persönlichen SearchWiki zu verschiedenen Themen nicht unbedingt auf die Suchtreffer angewiesen ist, kann man sogar eigene Links hinzufügen. Die Änderungen beeinflussen (noch) keine Positionen für andere Benutzer, wohl aber für eigene künftige Suchanfragen. Außerdem wird zu jeder Suche ein Wiki angelegt, in dem die ausgewählten Einträge ("Promote"-Funktion per Klick auf den nach oben gerichteten Pfeil) zur Suchanfrage aufgelistet sind. Dort kann auch, wenngleich nur sehr unscheinbar, wieder Zugriff auf ggf. gelöschte Einträge genommen werden.

So richtig webzwonullig wird es aber bei der Kommentarfunktion, denn jeder zu einem Suchtreffer abgegebene Kommentar ist angeblich öffentlich (was ich allerdings auf die Schnelle trotz eines zweiten Google-Kontos und gelöschter Cookies nicht verifizieren konnte) und wird unter dem Anzeigenamen des Bewertenden auch für andere sichtbar. Genau wie die Anzahl der "Promotions", die ein Eintrag erhalten hat, erscheint eine kleine Übersicht zu allen Treffern.

Und schon stellt sich die Frage, wie lange es nach der flächendeckenden Einführung und der zu erwartenden regen Nutzung dauern wird, bis die benutzergenerierten Informationen vielleicht doch - ausreichende Menge vorausgesetzt - die Reihenfolge von öffentlichen Suchtreffern beeinflussen. Google´s Überzeugung von der "Weisheit der Massen" wird sich sicher auch hier irgendwann durchsetzen, wenn es denn gelingt, authentische Bewertungen von "Spam" aus zweifelhaften SEO-Gründen zu unterscheiden. Und es gibt auf jeden Fall ein neues und von vielen Augen beachtetes Schlachtfeld für direkte Wettbewerber, die sich im Web per Kommentar auf die in Suchtreffer konkurrierenden Seiten gegenseitig das Wasser abgraben wollen (also eine deutliche Mehrbelastung für alle, die bisher nur auf die AdWords-Anzeigen des Erzfeinds klicken mussten...).

Spätere sinnvolle Erweiterungen oder auch Mashups mit eigenen Diensten wie den Bookmarks (besondere Berücksichtigung ( Markierung vorhandener Einträge; direkte Aufnahme von Promotions in die Bookmarks unter Verwendung der Suchanfrage als Tag etc.) oder durch vom Suchenden vorgewählte Drittanbieter generierte Bewertungen oder weiterere Metadaten sind durchaus denkbar. 

Ich für meinen Teil bin natürlich wie immer vorbehaltlos davon überzeugt, dass Google das schon alles irgendwie richtig machen wird. Auch den Weltfrieden und so. Naja, ich muss jetzt Schluss machen, mein Dinkelbrot ist gleich fertig. Du.

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